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Unruhe der Form / Entwürfe des politischen Subjekts

Ein Ausstellungsparcours von Wiener Festwochen, Secession, Akademie der bildenden Künste Wien in Kooperation mit MuseumsQuartier Wien

Dauer 11. Mai bis 16. Juni, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Spielorte Secession, Akademie der bildenden Künste Wien, MuseumsQuartier
Autoren-Reden jeden Dienstag und Samstag, 16 bis 18 Uhr
Preis Der Parcours-Pass EUR 8,50 berechtigt an zwei frei wählbaren Tagen zum Eintritt.

Übersichtsplan
Ausstellungs-Guide

Tagesprogramm

KURATOREN / Karl Baratta, Stefanie Carp, Matthias Pees, Hedwig Saxenhuber, Georg Schöllhammer
Display / Johannes Porsch

KÜNSTLERinnen und Künstler / Thomas Arzt, Volkan Aslan, Neïl Beloufa, Luo Bing, Brad Butler, Banu Cennetoğlu, Keti Chukhrov, Antonio Cosentino, Tim Crouch, Cordula Daus, Burak Delier, Elmas Deniz, Carola Dertnig, J. C. Duenkel, Albrecht Dürer, Jimmie Durham, Barbara Ehnes, Gustav Ernst, Tim Etchells, Antonio Fian, Heinz Frank, Franzobel, İnci Furni, Dora García, Thomas Glavinic, Dmitri Gutov, Wang Haian, Wen Hui, Hannah Hurtzig, Anna Jermolaewa, Schorsch Kamerun, Hassan Khan, Július Koller, Chris Kondek, KwieKulik, Jean-Francois Lyotard, Mapa Teatro, Kate McIntosh, Zhang Mengqi, Karen Mirza, Rabih Mroué, Jia Nannan, Marina Naprushkina, Henrik Olesen, Boris Ondreička, Ontroerend Goed, Yasemin Özcan, Mustafa Erdem Özler, İz Öztat, Ewald Palmetshofer, Judith Nika Pfeifer, Andrea Puteus, Shu Qiao, Nuno Ramos, Milo Rau, Navin Rawanchaikul, Ad Reinhardt, Johann Christoph Rembold, David Riff, Kathrin Röggla, Pedro Romero, Ferdinand Schmatz, Franz Schuh, Tino Sehgal, János Sugár, Akira Takayama, Vladimir Tatlin, Miguel Ventura, Tris Vonna-Michell, Jeronimo Voss, Wu Wenguang, Tanja Widmann, Dilek Winchester, Li Xinmin, Zou Xueping, Shiri Zinn

Auf welche Weise kann die aktuelle Kunst den Widerstand gegen ökonomische Strukturen befördern, an denen sie selbst teilhat? Ist hinter den Fassaden ihrer als frei gedachten Räume die Kraft radikaler Subjektivität, des Poetischen, Schwierigen, sich widerspenstig der leichten Verwertbarkeit entziehenden, des sich in sich Abschließenden nicht längst aufgesogen und entschärft worden? Muss das Projekt einer politischen Ästhetik jenseits eines medial verwertbaren Aktivismus nicht als abgebrochen oder verdrängt gelten? Und schließlich: Lässt sich diese „historische Aporie“ (wie man berechtigterweise sagen könnte) dergestalt zuspitzen, dass sich darin auch künstlerische Entwürfe von politischer Subjektivität neu entfalten können.

Fragen wie diese bilden den Ausgangspunkt des Projekts Unruhe der Form. Der Raum, den dieser Parcours öffnen will, ist als einer des ästhetischen Handelns gedacht, das sich in Akten der Subjektivierung und der Wortergreifung zeigt und vorgegebene Identitäten, Platzierungen und Sichtbarkeiten stört.

Zum Beispiel im komplexen Beziehungsgeflecht zwischen bildender Kunst, Performance und Theater. In ihm entstanden immer dann neue Formen der Zusammenarbeit, wenn das Ästhetische und das Politische eine gemeinsame Agenda hatten wie in den 1920er oder in den 1960er Jahren. Es ist dieses neue Verhältnis von Bild und Rede, dem auch gegenwärtig wieder so viele Künstler beider Genres nachgehen, das im Zentrum von Unruhe der Form steht. Figuren der Stimme als Medium der politischen Artikulation – die Ansprache, die Verteidigung und Anklage vor Gericht, die stilisierte Bühnenrede, das Gespräch oder die Deklaration eines zweifelhaften Rechtsakts, die Parole, die Debatte und die mediale Kontroverse stehen neben sich verschlüsselnden skulpturalen Positionen.
Dass die Kunst diese Spannung pflegt und nicht in Politik übergeht, darin scheint uns, besteht ihr Widerstand auch. Denn ist es nicht oft gerade der Moment der Unschärfe, der Verflüssigung von kondensierten formalisierten Bedeutungen und Strukturen, in dem die Beziehung von ästhetischer Arbeit, von Kunst und Politik offen wird?

Unruhe der Form ist Teil des Projekts Politik der Form. Die Wiederentdeckung des politischen Subjekts von Wiener Festwochen, Württembergischem Kunstverein Stuttgart und Bergen Assembly, gefördert von der Europäischen Kommission.


Medien
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springerin
Unruhe der Form Band XIX Heft 2
Das vorliegende Heft versteht sich als begleitender Reader zum Ausstellungsparcours und wirft ausschnitthaft Schlaglichter auf die komplexen Beziehungen zwischen bildender Kunst, Performance und Theater.

Unruhe der Form-TV
Während der gesamten Dauer des Ausstellungsparcours zeigen Künstler Beiträge auf Okto. Jeden Montagabend um 21.30 Uhr wird Unruhe der Form-TV erstmals ausgestrahlt und anschließend eine Woche lang wiederholt (siehe www.okto.tv). Die Medienkooperation mit Okto ermöglicht eine Erweiterung der künstlerischen Intervention in den medialen Raum.

Die erste Sendung (ab 13. Mai) zeigt eine Expertendiskussion zum Konzept eines universellen Mindestlohns, initiiert von Elmas Deniz vom türkischen Künstlerkollektiv Gruppe P. Zu Gast sind unter anderem Stephan Schulmeister und Monika Vykoukal, es moderiert Peter Huemer.
Für die zweite Sendung (ab 20. Mai) werden ausgewählte Filme des französischalgerischen Künstlers Neïl Beloufa gezeigt.
Die dritte Sendung (ab 27. Mai) zeigt den chinesischen Dokumentarfilm My Grandpa’s Winter von Jia Nannan.
Die Performance GREY von Boris Ondreička wird ab 3. Juni auf Okto zu sehen sein.
Ab 10. Juni zeigt Anna Jermolaewa einen Auszug aus ihrem Film Methods of Social Resistance on Russian Examples.
In der sechsten und letzten Sendung wird ab 17. Juni The Pixelated Revolution von Rabih Mroué zu sehen sein.

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