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Théâtre du Soleil / Ariane Mnouchkine
Les Naufragés du Fol Espoir [Aurores] / Schiffbruch mit verrückter Hoffnung [Morgenröte]

Schauspiel / Paris / PREMIERE IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM

Eine Gemeinschaftsarbeit des Théâtre du Soleil, zur Hälfte geschrieben von Hélène Cixous, frei inspiriert von einem mysteriösen postumen Roman von Jules Verne

Ariane Mnouchkines Théâtre du Soleil bietet uns eine atemberaubende Abenteuergeschichte am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Les Naufragés du Fol Espoir (Aurores) zeigt, wie ein Häuflein Idealisten versucht, die Geschichte einer europäischen Auswanderergruppe in Feuerland filmisch nachzuerzählen – ein Meisterwerk über das Scheitern als Chance. Mehr

Scheitern als Chance: Erst der Untergang birgt die Möglichkeit des Neuanfangs, eines anderen Versuchs von Gesellschaft – und nur das Misstrauen, unser Unglaube an derart Utopisches, treibt uns schnurstracks in den nächsten Schiffbruch. Von diesem verrückten Paradox der Hoffnung erzählt (oft ohne Worte) das jüngste Meisterwerk von Ariane Mnouchkines Théâtre du Soleil, das bei den Wiener Festwochen zuletzt 2008 mit Les Éphémères triumphierte. Eine unglaubliche Abenteuerreise rund um die Welt, durch Zeiten und Gezeiten: Zwischen Wien und Kap Hoorn spannt das Stück einen atemberaubenden Bogen vom Mordkomplott an Kronprinz Rudolf quer durch das Fin de Siecle bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Und ist vor allem das Making-of eines phantastischen Stummfilmprojekts: Wir sehen zu, wie auf der Bühne ein Häuflein von Aufrichtigen aus aller Herren Länder die Hoffnung auf eine gerechtere Welt jenseits von Nationalismus und Ausbeutung nicht aufgeben will. Gemeinsam verfilmen sie einen nachgelassenen Roman von Jules Verne. Darin stranden europäische Auswanderer im vereisten Feuerland-Archipel und gründen eine Kommune. Doch auf der fernen Insel kommen Habgier und Machtinteressen der Utopie eines Neuanfangs ebenso in die Quere, wie der Kriegsausbruch in Europa den Arbeiten am kollektiven Stummfilm ein vorzeitiges Ende bereitet.

Weniger

Künstlerische Leitung und Besetzung

Inszenierung und Raum / Ariane Mnouchkine
Musik / Jean-Jacques Lemêtre
MIT / Théâtre du Soleil
Maixence Bauduin, Duccio Bellugi-Vannuccini, Sébastien Bonneau, Aline Borsari, Sébastien Brottet-Michel, Juliana Carneiro da Cunha, Olivia Corsini, Eve Doe-Bruce, Ana Amelia Dosse, Maurice Durozier, Paula Giusti, Astrid Grant, Sylvain Jailloux, Dominique Jambert, Judit Jancso, Seear Kohi, Marjolaine Larranaga y Ausin, Jean-Jacques Lemêtre, Vincent Mangado, Jean-Sébastien Merle, Alice Milléquant, Ariane Mnouchkine, Serge Nicolaï, Seietsu Onochi, Vijayan Panikkaveettil, Pauline Poignand, Samir Abdul Jabbar Saed, Armand Saribekyan, Andreas Simma, Frédérique Voruz, die Stimme von Shaghayegh Beheshti

Produktion
GASTSPIEL
PRODUKTION Théâtre du Soleil, Paris
Pressestimmen


Die Sonnentheaterkönigin

Ein Besuch bei Ariane Mnouchkine und ihrem Théâtre du Soleil: Das neue Stück der gefeierten Regisseurin handelt von einem Schiffbruch und vom Ende jeder Utopie.

[...] Das Großartige, das Einzigartige an dieser Regisseurin ist ihre Herrschaft über die Bilder. Ariane Mnouchkine ist in der Tat die Sonnenkönigin der mise en scène. Jede noch so schlichte Szene wird opulent durch den Detailreichtum, durch die unbedingte Aufmerksamkeit, die Mnouchkine jeder vermeintlichen Kleinigkeit zuteil werden lässt. Bei „Les Naufragés“ gibt es, anders als bei früheren Werken, keine schlichten Szenen. Die gespielte Gegenwart, die Dekadenz um die Jahrhundertwende vermischt sich mit der Dekadenz und den Möglichkeiten des Films. [...]
Es vermischt sich nicht nur Theater mit Film, es verschwimmen auch die Grenzen zwischen Tanz, Schauspiel und Pantomime. [...]

Süddeutsche Zeitung, 24.2.2010


Gefahren! Liebe! Hoffnung!
[...] Der Abend ist wie alle guten Mnouchkine-Abende – und zu diesen zählt er – nicht nur klug gedacht, sondern auch überaus theatersinnlich gemacht. Der Zauber der politischen Illusionen überträgt sich eins zu eins auf die Herstellung der Bühnenrealitäten. [...]

Es gibt wunderbare Liebesszenen, die sich ebenso wunderbar verselbständigen und aus dem Ruder laufen, es gibt die Theaterillusionen, die echter sind als jeder Realismus: nach dem Mnouchkine'schen Prinzip des Pars pro toto: Man hat vor sich ein Leintuch und einen knienden Mann mit einem Ruder in der Hand – und sieht synekdotisch das aufgewühlte stürmische Meer, die finstere Nacht, den tapferen Indio in seiner Schaluppe. Es gibt die Illusionsbrüche mit doppeltem Boden; und es gibt eine sehr schöne, sehr selbstironische Szene, in der die Regisseurin wie eine Exorzistin über die Bühne rast, mit einer Räucherkerze in der Hand, sie will die Kriegsgeister vertreiben, imperialistische Ressentiments, die sich in der Truppe einnisten. Sie fletscht die Zähne, faucht bedrohlich, räuchert die ganze Bühne aus – und schreckt statt der bösen Geister in allen heimlichen Ecken doch nur Liebespaare auf. [...]

Nachtkritik, 13.2.2010


Bei Ariane Mnouchkine macht sogar ein Schiffbruch Hoffnung
Das Schöne am Theater von Ariane Mnouchkine ist, dass alles so spielend leicht aussieht. Dass alles so leicht erklärbar scheint. Und das das Publikum nach vier Stunden so richtig erholt wirkt. Denn Arianne Mnouchkine, die 70 Jahre alte ewig junge Grande Dame des französischen Theaters, macht Kindertheater für Erwachsene. [...]

Die poetische Einfachheit der Mittel appelliert an die Vorstellungskraft der Zuschauer und ist eine Aufforderung, die Fantasie auch auf die Wirklichkeit anzuwenden. Das Theater von Ariane Mnouchkine, ein Ort der verücktesten Hoffnungen, ist der beste Übungsplatz dafür.

Welt Online, 22.2.2010

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VIDEOTRAILER
Videotrailer Les Naufragés du Fol Espoir [Aurores] / Schiffbruch mit verrückter Hoffnung [Morgenröte]

Spieltage

20.05.12 19:00
22.05.12 19:00
23.05.12 19:00
24.05.12 19:00
25.05.12 19:00
27.05.12 19:00
28.05.12 19:00

Preise

EUR 22,- / 34,- / 43,- / 56,-

Sprache

Französisch mit deutschen Übertiteln

Dauer

3 Std. 55 Min., 1 Pause

PUBLIKUMSGESPRÄCH

25. Mai, 13 Uhr, Wiener Festwochen Lounge im Looshaus